Interview: 6 Fragen an Peter Brunmayr – Datev Österreich

Wo wird das Rechnungswesen in 5 Jahren und wo in 10 Jahren stehen?

Eine Frage die ich nicht beantworten kann. Wenn wir jedoch die derzeitige Entwicklung betrachten dann wird sich das Rechnungswesen spätestens in 10 Jahren völlig anders darstellen als wir es bisher (noch immer) gewohnt sind. Die derzeit gewohnten Prozesse werden durch neue technische, digitale, elektronische (DIGIMATISIERTE) Prozesse abgelöst. Diese erfordern ein anders Arbeiten, eine Veränderung der Arbeitsweise und zwar jedes einzelnen Mitarbeiters der mit Buchführung zu tun hat. Es wird eine Umschichtung der Tätigkeiten in den Abteilungen (Vorbereitung, Aufbereitung, BH, Bilanzierung, Kunden) kommen. Das Rechnungswesen – aus Sicht der Steuerberatungskanzlei – wird mit aktuellen und vollständigen Stammdaten arbeiten, tagaktuell und immer „Abschlussreif“ sein.

Ist künstliche Intelligenz bereits ein Thema? Bzw. ab wann wird KI was können?

Es ist nicht die Frage wann kommt KI bzw was kann KI. Künstliche Intelligenz in der Buchführung ist bereits da – ein Blick in das WWW reicht dazu. KI wird wachsen und sich laufend verbessern – vermutlich in einem schnelleren Rhythmus als vielen lieb ist. KI hat massiven Einfluss auf unsere gewohnten Prozesse daher ist es aus meiner Sicht unumgänglich sich auf das Thema vorzubereiten, den Umgang mit KI zu lernen und die Kanzlei nicht nur darin neu ausrichten. Vor KI muss ich mich dann fürchten, wenn ich alte und gewohnten Prozesse nicht anpasse.

Video “VISON DATEV – So werden wir in ein paar Jahren arbeiten

Was wird sich in den nächsten Jahren bei DATEV (Österreich) ändern?

DATEV wird die KI von der Testphase in den Echtbetrieb bringen und laufend erweitern. DATEV begleitet die betreuten Kanzleien beim Umsetzen und erlernen der neuen Prozesse. Der Beratungsansatz hört dort aber nicht auf  – wir greifen die Themen „Neue Beratungsfelder für die Kanzlei, Honorarpolitik in der KI sowie Beratung von Kunden der Kanzlei“ auf. Alles mit dem Ziel die Kanzlei in die Lage zu versetzten – mit KI und neue Produkte – Kunden zu gewinnen.

Auch ein großes Thema sind Plattformtechnologien. Wo Daten in Rechenzentren liegen versuchen wir diese mit unserem DATEV Rechenzentrum auszutauschen und so die Daten einfach und schnell direkt der Buchführung in der Kanzlei zuzuführen.

Wir arbeiten und verbessern Plattformen für den Kunden der Kanzlei mit dem Zweck diesen in den Ablauf einzubinden ohne die Buchführung von der Kanzlei weg zu geben – nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten – wenn das Auto kaputt ist geht man auch in die Werkstatt – also warum nicht vom steuerlichen Experten die Buchführung erledigen lassen“. Dort wo der Kunde der Kanzlei Mehrwert hat wird dieser über Plattformen eingebunden – siehe dazu https://www.debitorcloud.com/ – ein Beispiel das bereits genutzt wird.

Was sind die Programmfeatures, welche prozesstechnisch große Vorteile bringen werden?

Durchgängige und automatische Prozesse, keine Systembrüche auch in der Einbindung diverser Plattformen

Was sind die Punkte, warum DATEV mehr Anwender bekommen sollte?

Die Ausrichtung der DATEV setzt immer die Themen der Steuerberatungskanzlei in den Fokus. Welche Maßnahmen, Anbindungen und Voraussetzungen sind zu treffen damit mittelgroße Unternehmen die Finanzbuchführung nicht selber durchführen, sondern diese Tätigkeit dem steuerlichen Experten in der Kanzlei überlassen.

Wie wird sich dies alles auf Steuerberatungskanzleien auswirken?

Die ganze technische Entwicklung wirkt sich enorm auf die Kanzlei aus. Wenn sich Kanzleien auf die KI vorbereiten, die Mitarbeiter entsprechend schulen – auch im Umgang mit technischen Themen, sich Gedanken über neue Betätigungsfelder machen, diese einführen und ständig ausbauen, die Honorarpolitik bzgl. KI und BH überdenken und anpassen – dann sind es Kanzleien die auch in Zukunft wachsen und denen KI nicht schadet. Jene, die meinen, es reicht zu beginnen, wenn „Das dann kommt“ … wird es vermutlich wie KODAK und Konsorten ergehen.

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